Thomas Mayer: Die neue Ordnung des Geldes

Berlin – von Marco Duller.

Buchcover Thomas Mayer: Die neue Ordnung des Geldes, Quelle: FinanzBuchVerlag

Buchcover von Thomas Mayer: Die neue Ordnung des Geldes. Quelle: FinanzBuch Verlag

Thomas Mayer, ehemaliger Chefsvolkswirt der Deutschen Bank, legt mit seinem Buch über eine neue Ordnung des Geldes eine weitere Publikation vor, die während der Finanz- und Wirtschaftskrise entstanden ist. Aber im Gegensatz zu anderen Büchern, die wir bereits rezensiert haben, geht Thomas Mayer wissenschaftlich und doch zugleich verständlich vor.

Keine Katastrophen- und Krisenszenarien, keine Anlageempfehlungen. Dafür aber eine bedachte Argumentation, selbst für den nicht Volkswirt unter den Lesern verständlich. Er selbst bezeichnet sich als Anhänger der „Österreichischen Schule“. Seine Abkehr von der Ökonometrie und den mathematischen Modellen drückt er so aus:

„Ich denke, sie wissen es nicht. In ihrer komplizierten Modellwelt, die mit viel Mathematik verwissenschaftlicht werden soll, haben sie den Bezug zur Wirklichkeit verloren. Und weil sie sich über die elementaren Fragen im Unklaren sind, sind sie unfähig, unser Geldwesen richtig zu ordnen, den Euro nachhaltig zu stabilisieren und eine Geldkrise als Folge der Finanzkrise abzuwehren.“ S. 12

Geld – und was es ist

In seinem ersten Kapitel widmet er sich der Begrifflichkeit Geld und was Geld ist. Der Unterscheidet dabei zwischen Smith und Graeber, die unterschiedliche Auffassungen haben. Geld als Tauschmittel nach Adam Smith und Geld als Maß für Schulden als die eher anthropologische Sicht von Graeber.

„Graeber und andere Vertreter der antrhopologisch-historischen Sicht betonen, dass in Urgesellschaften und in der Antike wirtschaftliche Beziehungen in Form von Kredit im Vordergrund standen. Tausch spielte vornehmlich dann eine Rolle, wenn nicht die Mitglieder einer Gesellschaft untereinander, sondern Mitglieder verschiedener Gesellschaften wirtschaftliche Beziehungen eingingen. Geld entstand daher nach Graeber nicht als Tauschmittel, wie von den klassischen Ökonomen behauptet, sondern als Maßeinheit für Kredit, oder auch Schuld, insbesondere gegenüber der Obrigkeit.“, S. 17

Mayer fordert in seinem Buch einen Übergang vom Passivgeld, auch Fiatgeld bzw. Papiergeld hin zu einer Aktivgeldordnung. Er wird dabei sehr konkret und versucht die einzelnen Schritte hin zu einer Aktivgeldordnung darzustellen, samt Konsequenzen. Ziel für ihn ist es dabei nicht erst auf eine Krise zu warten, die das bestehende System zerstört und den Weg für eine neue Geldordnung freizumachen, sondern einen schonenende Übergang.

Ein wichtiger Grundsatz, der immer wieder bei Mayer auftaucht: Banken sollten die unternehmerische Freiheit bekommen, aber auch das Risiko tragen. Ein kleiner spannender Exkurs erfolgt noch zum Thema Eigenhandel und dem Hinweis, dass die Banken nicht am Eigenhandel gescheitert sind, sondern eher an der Kreditvergabe und den komplexen Finanzinstrumenten, die die Kreditvergabe beeinflusst haben.

Fazit

Das Buch von Mayer endet mit einer Erkenntnis:

„Angesichts des politischen Widerstands gegen eine Aktivgeldordnung dürfte unsere Passivgeldordnung in der Zukunft um Instrumente der finanziellen Repression und staatlichen Umverteilung ergänzt werden. Wenn die unterdrückte Inflation nicht offen ausbricht und die Passivgeldordnung wegfegt wie John Laws Passivgeldsystem in Frankreich im frühen 18. Jahrhundert, dann steht am Ende dieser Entwicklung Schumpeters bürokratischer Sozialismus.“ S. 236.

Lesenswertes Buch, welches nicht nur eine neue Geldordnung entwirft, sondern auch verständlich erklärt was Geld ist und wie Banken funktionieren.

Über das Buch:

Thomas Mayer: Die neue Ordnung des Geldes: Warum wir eine Geldreform brauchen, FinanzBuch Verlag, 17,99 Euro, ISBN 978-3-89879-840-2.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s