Keine Konjunktur-Panik: Jährlich grüßt die Wirtschaftskrise!

Kühlungsborn – ein Kommentar von Marco Duller.

Mit mittlerweile dreißig Jahren habe ich schon einige Wirtschaftskrisen erlebt. In der Schulzeit, nach dem 11. September, dachte ich noch, „oh, wie dramatisch“. Die Wirtschaft stockt, das Wachstum ist langsamer, überall Probleme.

Bankenkrise? Börsen-Crash? Keine Panik, sagt Marco Duller - die kommen alle Jahre wieder. Foto: dquelle gemäß Punkt 8 der Nutzungsbedingungen angeben: birgitH  / pixelio.de

Bankenkrise? Börsen-Crash? Keine Panik, sagt Marco Duller – die sind herbei geredet und kommen alle Jahre wieder. Foto: birgitH / pixelio.de

Abschwung, Kurzarbeit, Entlassung, Arbeitslosigkeit, Börsencrash – all das sind jene Schlagwörter, die bei jeder Wachstumsdelle herausgeholt werden.

13 Jahre später wird wieder von einem Wirtschaftsabschwung gesprochen – und, so „zwischendurch“, hatten wir aber noch die Finanz- und Wirtschaftskrise und die Eurokrise, und viele mehr.

Der Investor Staat – Umverteilung auf Kosten aller zum Nutzen weniger

Was hat Deutschland eigentlich voran gebracht? Es war die Agenda 2010 und soweit ich mich entsinnen kann, ging es da nicht hauptsächlich um mehr staatliche Investitionen. Es ist offensichtlich, dass wir Geld für die Infrastruktur brauchen oder für Bildung und Wissenschaft, vielleicht auch für die Bundeswehr. Aber ich verzichte bewusst auf das „mehr Geld“, denn der Staat ist beileibe nicht der beste Investor und genügend Geld hat er auch – es ist nur eine Frage der Verteilung und Prioritäten. Infrastruktur war der GroKo egal – lieber den Facharbeitern einen Renteneintritt mit 63 ermöglichen. Sicherlich ein Schub für das Wirtschaftswachstum.

Deutschlands Wirtschaft wächst also langsamer als erwartet. Welch Wunder. Rente mit 63, höchste Steuerbelastung seit Jahren und noch ein paar Gesetze in der Pipeline, samt dem Erbe der CDU/FDP Koalition – also dem „Kohlschen Aussitzen“ führen ja auch nicht gerade zu mehr Wohlstand und Wirtschaftswachstum. Aber zur Not gibt es ja noch die EZB. Immer mehr Geld ins System pumpen – es gibt zwar keine Abnehmer für das Geld, weshalb die EZB jetzt überlegt Unternehmensanleihen zu kaufen – kann kaum die Lösung sein. Wir brauchen eine Gründerkultur, wir brauchen Anreize etwas zu schaffen und wir brauchen Innovation und Bildung.

Eine Berg- und Talfahrt – oder anders gesagt: Der Lauf der Dinge
Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Foto: (c) Lupo / pixelio.de

EZB in Frankfurt am Main: Mit billigem Geld die Märkte fluten. Foto: (c) Lupo / pixelio.de

Die Wirtschaft ist genauso wie das Leben: Ein Auf und Ab. Nichts ist beständig. Es kann nicht immer nur ein Hoch geben. Aber genauso wie im wahren Leben folgt nach dem Tief auch ein Hoch.

Deshalb verstehe ich nicht warum alle nach mehr staatlichen Investitionen rufen. Es geht uns gut.

Arbeitslosigkeit gering, Wirtschaftswachstum moderat, ein gutes und kostenloses Bildungssystem, ein stark ausgebautes Kinderbetreuungssystem, einen Mindestlohn, Rente mit 63 (während alle anderen Eurostaaten bitte schön mit 67 oder später in Rente gehen sollen). Wir leben in einem Land, in dem Milch und Honig fließt, zumindest im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn.

Außerdem nützt die Krise allen anderen Interessengruppen. Krise heißt immer auch eine Umverteilung des Geldes durch die Politik. Konjunkturprogramme sind Umverteilung und spülen Geld in Wirtschaft, an Sozialverbände und andere Teile der Gesellschaft. Die Folge: Nicht durch Ideen und Produkte muss überzeugt werden, sondern durch möglichst öffentlichkeitswirksames Leiden.

Keine Panik: Keynes hat noch nie funktioniert
Marco Duller M.A.

Marco Duller

Wachstumsdellen sollten uns also nicht gleich zur Panik verleiten und sofort nach den Staat rufen lassen. Keynes hat noch nie funktioniert und wird es auch in Zukunft nicht. Der Staat ist nicht der beste Investor und bei dem derzeit extrem günstigen und vielem Geld auch nicht der Einzige.

Also lasst die Versicherungen unsere Infrastruktur finanzieren. Was können wir verlieren – außer ein paar Schlaglöcher.

Eine Antwort zu “Keine Konjunktur-Panik: Jährlich grüßt die Wirtschaftskrise!

  1. Interessante Gedanken allerdings auch nur eine Momentaufnahme. Denn mit der aktuellen Lage wird es zukünftig eine enorme Herausforderung dieses Niveau aufrecht zu halten. Investitionen der Infrastruktur privaten Investoren zu überlassen wird eine Mehrbelastung der Bürger bedeuten. Bei dem aktuellen Zinsniveau könnte der Staat ruhig Schulden aufnehmen um die Infrastruktur zu verbessern. Die Rente mit 63 und auch die Reform in Gänze ist keineswegs bei der Mehrbelastung der Sozialkassen und der demographischen Entwicklungaufrecht zu halten. Die Forderung nach besseren Rahmenbedingungen für eine verbesserte Gründerkultur ist wünschenswert und wäre ein wichtiger Schritt um weiterhin Arbeitsplätze entstehen zu lassen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s